Gastfreundschaft auf pfälzisch

Ist ja klar, wenn wir in die Pfalz fahren, dann zum Bouldern. Dabei darf die Gegend um den Hermersbergerhof getrost als der Hotspot bezeichnet werden.

Gasthof Luitplodsturm

Gasthof Luitplodsturm

Die langen Wochenenden im Mai bieten sich geradezu an, dort ein paar Tage zu verbringen und sich die Finger lang zu ziehen. Aber wo übernachten mit einem kleinen Sohn und Boulderfreunden, die partout keine Dirtbags sein wollen? Irgendwie ist Kerstin bei der Suche nach einer Unterkunft auf den Gasthof Luitpoldsturm am Hermersberger Hof gestoßen. Ein Glücksfall!

Kurt führt den Gasthof zusammen mit seinem Freund Alfred seit letztem Herbst. Als ehemalige Fußballprofis sind zwar beide nicht vom Fach, aber eine bessere Unterkunft hätten wir nicht erwischen können. Bei Kurt fühlt man sich gleich wohl, fast als würde man zur Familie gehören. Man kann mit jedem Wunsch zu ihm kommen, alles wird möglich gemacht und nichts ist Zuviel oder zu verrückt.

Schuhe am Ofen

Schuhe am Ofen

Ohne große Umstände hat Kurt den Kachelofen angefeuert, als wir am 1. Mai völlig durchnässt, mit schmutzigen Hosen und Schuhen, frierend bei ihm in die Gaststube eingelaufen sind. Nach dem obligatorischen Cappuccino hat uns Kurt die Zimmerschlüssel in die Hand gedrückt und alleine zu unseren Quartieren ins Nachbargebäude geschickt. Was man sonst vielleicht als unhöflich einstufen würde, fühlte sich bei ihm an wie „Ihr macht das schon!“.

Kurt, können wir noch ein Badetuch haben? Klar, schaut doch im Schrank auf dem Flur und bedient euch selbst, ist seine einfache Antwort. Und einen Föhn und Duschgel findet ihr dort auch.

Alfred ist für die Küche zuständig und zaubert Pfälzer Spezialitäten auf den Tisch. Am ersten Abend schmeckt es so lecker, dass wir beschließen, immer hier zu essen. Im Gegenzug schlägt Alfred vor, uns jeden Abend ein kleines Menu zu kochen und dabei immer was Neues auszuprobieren.

Steak mit Zwiebeln

Steak mit Zwiebeln

Wir sind also seine Testesser und werden mit Gerichten verwöhnt, die einen Stern verdient hätten. Die Portionen sind riesengroß, also genau das, was ein ausgehungerter Boulderbauch braucht. Außerdem würde man zu dem Preis bei uns Zuhause nicht mal die Beilagen bekommen.

Beim Frühstück können wir aus Marmelade und Nutella (wichtig für Tiano) über Käse und Wurst bis hin zu Müsli wählen. Selbstverständlich wird für jeden ein Ei nach belieben frisch zubereitet, wobei das Ei auch ein Omelett aus 3 Eiern sein darf. Kaffee, Cappuccino, Tee gibt es bis zum Abwinken. Alles im Preis enthalten. Dann tischt Kurt auch noch Quark mit frischen Erdbeeren auf.

Am Unglaublichsten aber ist die Kinderfreundlichkeit von Kurt und Alfred. Die beiden hatten immer Zeit für Tiano, der ja wirklich ganz schön anstrengend und manchmal auch nervig sein kann. Er durfte sich Theke und Küche anschauen, beim Kaffeemachen helfen und hat eine eigene Riesenportion Nutella bekommen. „Selbstverständlich“ hat Kurt ihm nach dem Frühstück auch das Gesicht mit warmem Wasser abgewaschen, damit wir in Ruhe weiter frühstücken konnten.

Rutschen-Reinigungsaktion

Rutschen-Reinigungsaktion

Nachmittags, als Tiano auf dem kleinen Spielplatz rutschen wollte und wir es ihm verboten hatten, weil sie zu schmutzig war, kommt Kurt mit einem Eimer Wasser und einem Lappen und macht die Rutsche sauber. Natürlich nicht ohne Tiano zu fragen, ob er mithelfen will. Als großes Finale durfte der Bengel dann noch den ganzen Wassereimer die Rutsche runter ausleeren.

Splish-splash

Splish-splash

Als Kurt dann irgendwann am Nachmittag erzählte, dass seine Füße schmerzen und er heute Abend ein kleines Fußbad nehmen will, ist Tiano zur Stelle. Das will er auch! Kurt willigt natürlich sofort ein und abends kommt er mit einem kleinen „Fußbad“ auf die Terrasse. Dass es für Tiano nicht beim Fußbad bleiben würde, war schnell klar und so saß er eine Minute später splitternackt in Kurts „Badewanne“.

Bärbel, die Nachbarin des Luitpoldsturms von gegenüber der Straße ist ebenso freundlich und gesellig wie Kurt.

Funny

Funny

Tiano hat gleich mit Bärbels Hund Funny Freundschaft geschlossen. Gut nur, dass dieser so gutmütig ist. So haben wir Funny gleich nach dem Aufstehen begrüßt und eine erste Runde mit ihr geschmust. Am Nachmittag konnte Tiano dann so lange mit Funny toben, bis es ihr zu anstrengend wurde und sie sich lieber zurückzog und vor dem Schlafengehen sind wir natürlich noch mal zu Funny und haben ihr eine gute Nacht gewünscht.

Bei einer Unterkunft, die so viel Gastfreundschaft und Wärme ausstrahlt, hat es selbst unseren anspruchsvollen Boulderfreunden sehr gut gefallen. Wiederholung nicht ausgeschlossen!

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